Slow Food Italien: Nach 20 Jahren gibt Carlo Petrini das Zepter ab
Mit der Wahl von Roberto Burdese zum neuen Pr?sidenten ist am 11. Juni 2006 der dreit?gige Kongress von Slow Food Italien in San Remo zu Ende gegangen.
Die ?lteste ? sie wurde vor 20 Jahren auf Fontanafredda im Barolo als "Arcigola" gegr?ndet ? und gr??te Organisation der mittlerweile internationalen Bewegung w?hlt alle vier Jahre ihre F?hrung neu. Der Gr?nder und bisherige Pr?sident Carlo Petrini will sich k?nftig ganz seinen Aufgaben als internationaler Pr?sident widmen.
Die 600 Delegierten ?nderten zugleich die Satzung und sorgten f?r mehr Basisdemokratie. Bisher waren die Leiter der Convivien (Condotte) von der Zentrale in Bra ausgew?hlt worden. K?nftig gibt es ? wie in Deutschland von Anfang an ? eine Mitgliederversammlung, die eine Leitung w?hlt, die allerdings nach wie vor von Bra best?tigt werden muss.
Die Konferenz stand im Zeichen einer gesellschaftspolitischen ?ffnung der Bewegung. So warb Giorgio Alemanno von der rechten Nationalen Allianz, bis vor wenigen Wochen noch Landwirtschaftsminister in der Regierung Berlusconi, in seinem Gru?wort f?r die R?ckbesinnung auf die Werte der Ern?hrungs- und Landwirtschaftskultur nach den Vorstellungen von von Slow Food partei?bergreifend "jenseits von Links und Rechts". Der Senator Enzo Ghigo von Berlusconis Forza Italia versprach volle politische Unterst?tzung f?r "Terra Madre".
Die prominenteste G?ste und Unterst?tzer aus der Politik, die auf dem Kongress ihr Bekenntnis als Slow-Food-Mitglieder ablegten, waren indes der Parteichef der Linksdemokraten, Piero Fassino, und sein Parteikollege Claudio Martini, Ministerpr?sident der Toskana. Fassino sagte, Slow Food sei in der Lage, der ganzen Welt Ideen zu vermitteln, mit denen die Herausforderungen der Globalisierung aufgenommen werden k?nnten.
Carlo Petrini lie? in seiner Rede 20 Jahre Slow Food Revue passieren: Man habe als gesellige Vereinigung begonnen, die sich mit der Freude am Genuss besch?ftigt habe, und habe sich dann um die Verteidigung der kulinarischen Vielfalt und schlie?lich der Biodiversit?t gek?mmert. Heute sei man so weit, in der b?uerlichen Kultur die Basis zur Rettung des Planeten zu sehen. Dieses neue Konzept werde durch Terra Madre verk?rpert und mit der Universit?t f?r Gastronomische Wissenschaften untermauert.
Zu Beginn des Kongresses hatte der Generalsekret?r von Slow Food Italien, Silvio Barbero, deutlich gemacht: Slow Food unterscheidet sich von anderen Organisationen dadurch, das es keine "Meinungs-Organisation" ist, die alle anderen an ihren eigenen Botschaften misst, sondern dazu da sei, das in Realit?t umzusetzen, was andere f?r unm?glich hielten. Barbero unterstrich den pragmatischen Ansatz von Slow Food.
Der neue Vorsitzende Roberto Burdese kam zum Abschluss seiner Rede auf den Kern von Slow Food zur?ck: "Wir wollen bei Slow Food sein, weil es Spa? macht, aus Begeisterung und Freude am Genuss. Ein Genuss, den wir mehr denn je mit anderen teilen wollen. Dies ist unwiderruflich ein Recht, f?r das wir weiter k?mpfen werden."

