Die Geschichte von Slow Food

- Carlo Petrini, Begründer von Slow Food
Slow Food zählt heute 100 000 Mitglieder und ist in 50 verschiedenen Ländern in über fünf Kontinenten vertreten. Seit der Gründung hat sich Slow Food als internationale Bewegung zur Förderung der Lebensmittelkultur weiterentwickelt.
Slow Food setzt sich der Tendenz zur Standardisierung des Geschmacks entgegen und verteidigt weltweit das Verbraucherbedürfnis nach mehr Informationen. Carlo Petrini gründete den Verband im Juli 1986 und wurde in Bra, Piemont, zum Präsidenten gewählt. Im Laufe der Zeit hat sich Carlo Petrini als wahrhaft charismatischer Leader und unermüdlicher Förderer der Slow Food-Bewegung erwiesen, die sich für die Verbreitung einer neuen Geschmacksphilosophie einsetzt, in der Genuss mit Wissen einhergeht.
Slow Food glaubt, dass jeder ein fundamentales Recht auf Genuss hat und daraus resultierend die Verantwortung, die Herkunft von Essen, die Tradition und Kultur, die diesen Genuss möglich machen, zu schützen. Die Bewegung wurde auf diesem Prinzip der Öko-Gastronomie gegründet – die Verdeutlichung der starken Verbindungen zwischen dem eigenen Teller, der Region und dem Planeten.
Slow Food ist gutes, sauberes und faires Essen. Wir glauben, dass das Essen, das wir zu uns nehmen gut schmecken sollte; dass es auf saubere Art und Weise hergestellt werden sollte, welche weder der Umwelt, noch dem Wohlergehen der Tiere oder unserer Gesundheit schadet; und dass die Lebensmittelhersteller eine faire Bezahlung für ihre Arbeit erhalten sollten. Wir sehen uns selbst als Co-Produzenten, nicht als Konsumenten, denn indem wir darüber informiert werden, wie unser Essen produziert wird und aktiv diejenigen, die es produzieren, unterstützen, werden wir ein Teil von und ein Partner im Herstellungsprozess.
Die Internationale Slow Food-Bewegung
1989 trafen in der Opéra Comique in Paris die Slow Food-Delegationen aus aller Welt zusammen, um das "Slow Food-Manifest" zu unterzeichnen. Ein Abschnitt des Manifests lautet: "gegen diejenigen - und sie sind noch die schweigende Mehrheit, die Effizienz mit Hektik verwechselt - setzen wir den Bazillus des sinnlichen Genusses, welche sich in einer geruhsamen und anhaltenden Lebensfreude manifestieren. Wir beginnen sogleich mit dem Slow Food-Programm: Zu Tisch! Gegen die Verflachung des "Fast Food" setzen wir den Reichtum der Geschmäcker aller regionalen Küchen. Wenn das "Fast Life" im Namen der Produktivität unser Leben kastriert, Menschen und Umwelt bedroht, so muss die Slow Food-Bewegung die entsprechende Antwort einer neuen Avantgarde sein."
Die Slow Food-"Zutaten"
Das Netz der 80'000 Slow Food-Mitglieder ist in lokalen Gruppen organisiert - in Italien "Condotte" genannt, im Ausland "Convivia" -, die regelmässig themenbezogene Abendessen, Verkostungen von Produkten, Wein und Bier sowie önogastronomische Ausflüge organisieren. Es existieren 700 Convivia in mehr als 80 Ländern, darin inbegriffen die 330 Gruppen in Italien, wo Slow Food 35'000 Mitglieder zählt. Nationale Vertretungen wurden in Deutschland, der Schweiz und kürzlich auch in den Vereinigten Staaten eröffnet, die insgesamt 17'000 Mitglieder in über 130 Convivia zusammenbringen. Als nächster Schritt ist die Eröffnung des Sitzes einer nationalen Vertretung von Slow Food France vorgesehen, wo bis heute 1'500 Mitglieder gewonnen werden konnten.
www.slowfood.com
Seit Anfang 2001 ist die Homepage www.slowfood.com zum virtuellen Sprachrohr der Slow Food-Bewegung geworden. Die Website bietet einen Überblick über die wichtigsten Initiativen und hat nicht nur eine Funktion als Schaufenster der Bewegung, sondern dient auch als direkte Verbindung zu allen Mitgliedern. Kernstück der Homepage ist Sloweb, täglich online aktualisiert mit Notizen und Artikeln von Journalisten und Experten der Önogastronomie aus aller Welt.
